Sehen und gesehen werden- das ist nicht nur im Herbst und im Winter ein wichtiges Thema

Seid dem 01.April 2013 gelten neue Regeln der Straßenverkehrsordnung.

Ganz genau kann man die Änderungen beim ADFC unter www.adfc.de/stvo nachlesen.

Was sollte aber jeder sonst noch beachten?

Radfahren mit Umsicht

Radfahrer lassen sich nicht in einer Alterskategorie zuordnen, sondern sind gleichermaßen in allen Altersschichten anzutreffen, denn das Fahrrad ist zum einen ein Sportgerät und zum anderen wird es als Fortbewegungsmittel genutzt.

Bereits ein kleiner Zusammenstoß zwischen Radfahrer und Kraftfahrzeug hat oft schon bei niedrigen Geschwindigkeiten große folgen.

Gefährlich für den Radfahrer ist seine schmale Silhouette und die mangelnde Sorgfalt von Kraftfahrzeugführern gegenüber Radfahrern .
Beinah genauso schwerwiegend ist allerdings das schwindende Verständnis für richtiges Verhalten bei den Radfahrern/E-Bikefahrer.
Dabei macht nicht das Bestehen von Verboten, sondern die eigene Einschätzung des Risikos das Verhalten des Radfahrers aus.

Die Hauptunfallursachen bei Radfahrern waren im Jahre 2009

  • das Befahren der falschen Fahrbahnseite

  • Alkoholeinfluss

  • Fehler beim Einfahren in den Fließverkehr

  • Fehler beim Überholen

  • und Nichtbeachten der Ampelanlagen

  • Vorfahrt- und Vorrangverletzungen.

Das sichere Fahrrad/ E-Bike

Die Straßenverkehrszulassungsordnung schreibt vor, welche Ausrüstungsgegenstände unbedingt an ein verkehrssicheres Fahrrad gehören:

  • Roter Rückstrahler

  • Rote Schlussleuchte

  • Zwei gelbe Speichenreflektoren je Laufrad bzw. reflektierender Mantelstreifen

  • Gelbe Pedalrückstrahler

  • Dynamo

  • Weißer Frontreflektor

  • Weißer Scheinwerfer

  • Helltönende Klingel

  • Zwei voneinander unabhängige Bremsen

Die Beleuchtungseinrichtung muss auch am Tag vorhanden und betriebsbereit sein.

Eine Checkliste für "Das sichere Fahrrad/ E-Bike" bieten wir Ihnen hier zum Herunterladen an:
Flyer -Prüf Dein Rad (pdf, 511.9 KB)

Auf welchem Weg fahre ich mit dem Rad oder E-Bike?

Eine Benutzungspflicht der Radwege in der jeweiligen Fahrtrichtung besteht nur, wenn die Verkehrszeichen 237 und 240,241 angebracht sind.

Bei Radwegen, die mit dem Schild gekennzeichnet sind, gilt Benutzerpflicht für den Radfahrer. Verkehrszeichen 237

Das Fahren auf Straßen ist den Radfahrern hier verboten.

Achtung bei erhöhten Radwegen hier kann es Kanten und Rillen an Straßenübergängen geben. Besonders E-Biker, die etwas flotter unterwegs sind, sollten hier aufmerksam sein.

z2013-240

 

Mit den Zeichen 240 ist der gemeinsame Fuß- und Radwege gekennzeichnet, auch hier gilt die Benutzerpflicht. Hier haben im Speziellen die Radfahrer auf Fußgänger Rücksicht zu nehmen.

 

Verkehrszeichen 241

 

Mit dem Zeichen 241 ist der optisch voneinander getrennte Fuß- und Radweg gekennzeichnet

 

 

Es gilt immer:

nur zumutbare Radwege sind benutzungspflichtig!

z.B. ein nicht geräumter Radweg von Laub, Schnee und Eis oder mit Hindernissen und Löchern, ist ein gutes Argument dafür, auf eine Straße auszuweichen. Hier fahren Sie sicher.

Dies wird durch ein Urteil des Bundesgerichtshofes bestätigt.
(BGH-Urteil: BGH NZV 95 144 DÜ NZV 92 290, KÖ NZV 94)

 

Radfahrstreifen auf der Straße die mit unterbrochenen Linien markiert sind, dürfen Autos nur zum Ausweichen und Abbiegen überfahren. Was viele nicht wissen: Radler haben Vorrang ( Aber!! bitte nicht erzwingen!)

Radfahrstreifen auf der Straße die mit einer durchgehenden weißen Linie abgegrenzt sind, dürfen nur von Radfahrern benutzt werden.

Bei Radwegen, die nicht durch Verkehrsschilder gekennzeichnet sind und bei Gehwegen, die für Radfahrer frei gegeben sind, haben sie die freie Wahl zwischen Radweg oder Straße.

 

In immer mehr Städten gibt es Fahrradstraßen die mit dem Zeichen 244 Verkehrszeichen 244gekennzeichnet sind. 

Hier fahren nur Radfahrer und hier dürfen sie sogar nebeneinander fahren. Manche Fahrradstraßen dürfen auch Autos benutzen, aber der Radler hat hier absoluten Vorrang.

 

Verkehrszeichen Einbahnstraße mit Zusatzinformation- Radfahrer in Gegenrichtung freiFahren in einer Einbahnstraße ist für Radfahrer nur erlaubt wenn ein Zusatzschild „Radfahrer in Gegenrichtung frei“ angebracht ist.

Halten Sie sich möglichst weit rechts und denken Sie daran: Autofahrer und Fußgänger rechnen aus dieser Richtung nicht mit Ihnen.

Beförderung von Personen mit dem Fahrrad

Kinder bis zum vollendeten siebten Lebensjahr dürfen nur auf Fahrrädern mitgenommen werden, wenn

  1. der Radfahrer / Radfahrerin mindestens 16 Jahre alt ist und

  2. ein besonderer Sitz für das Kind vorhanden ist (der Gepäckhalter gilt nicht als solcher) und

  3. gewährleistet ist, dass die Füße des Kindes nicht in die Speichen geraten können.

Hinter Fahrrädern dürfen in Anhänger, die zur Beförderung von Kindern eingerichtet sind, bis zu zwei Kinder bis zum vollendeten siebten Lebensjahr von Personen, die mindestens 16 Jahre alt sind, mitgenommen werden.
Die Begrenzung auf das vollendete siebte Lebensjahr gilt nicht für die Beförderung eines behinderten Kindes.

Was für Pflichten habe ich sonst noch als Radfahrer / E-Bikefahrer

Radfahrern ist die Benutzung eines Mobiltelefons untersagt, wenn
hierfür das Mobiltelefon aufgenommen oder in der Hand gehalten wird. Dies gilt nicht, wenn der Radfahrer zum Telefonieren vom Rad absteigt.

Ohrstöpsel zum Musikhören gehören während der Fahrt nicht ins Ohr. Ob mit oder ohne Musik, ein oder zwei Stöpsel - es beeinträchtigt das Hörvermögen und stellt somit ein Verstoß dar.

Radfahrer dürfen sich nicht an Fahrzeuge hängen. Sie dürfen ferner nicht freihändig fahren. Die Füße dürfen sie nur dann von den Pedalen nehmen, wenn der Straßenzustand dies erfordert.

Und auch das sollten Radfahrer beachten:
Hat ein Fahrerlaubnisinhaber als Radfahrer mit einem Blutalkoholgehalt von 1,6 Promille oder mehr am Straßenverkehr teilgenommen, darf ihm die Fahrerlaubnis entzogen werden, wenn zu erwarten ist, dass er künftig auch ein Kraftfahrzeug in fahruntüchtigen Zustand führen wird. Der Radfahrer muss in einem medizinisch-psychologischen Gutachten nachweisen, dass er tatsächlich sein Trinkverhalten geändert hat.
Ergibt sich weiterhin ein chronischer Alkoholgenuss, verliert auch ein Radfahrer die Fahrerlaubnis.